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Amateurfunk-Expedition nach Lima/Peru

Freunde von mir arbeiten seit einiger Zeit in Lima, der Hauptstadt von Peru. Da war der Gedanke nahe, ihnen einen Besuch abzustatten und und das in Europa eher seltene Land zu aktivieren.

Man war in Lima sofort einverstanden und Alfred machte sich auf die Suche nach einem geeigneten Quartier in der Nähe der Stadt. Er fand eine Ferienanlage mit Apartments und Antennen-Baumöglichkeit. Reservierung dort und Flugbuchung wurden im Frühjahr abgewickelt und Anfang Oktober war es dann soweit. Nach 19-stündigem Flug über Amsterdam nach Lima wollte der Zoll meine Geräte nicht rein lassen. Die hatten noch nie etwas von Amateurfunk gehört. Gegen Zahlung von 72 US-Dollar Einfuhrzoll und Hinterlegung einer mitgebrachten Kopie der Webseite des Peruanischen Amateur Radio Clubs OA4O in spanisch durfte ich dann passieren. Begrüßung, Fahrt zur Wohnung und ein Begrüßungstrunk schlossen den langen Tag ab.

Ich wollte unbedingt ein Peruanisches Rufzeichen haben. Also wurde Antrag ans Ministerium geschrieben. Bearbeitungsdauer unbekannt. Daraufhin fuhren wir schon mal nach Loma Linda, meinem vorgesehenen Funk-Quartier. 10 Meter Vertikalantenne mit 24 Radials, Smartuner und 40 Meter Steuer- und HF-Kabel waren unter Mithilfe von Agostin schnell aufgebaut. Nun bestätigte sich das, was ich schon vorher befürchtet hatte. Die Anlage war von hohem Felsgebirge fast umgeben und behinderte die Abstrahlung unter 35 Grad Vertikalwinkel. Tagsüber konnte ich jede Menge USA-Stationen mit guten Lautstärken arbeiten und vormittags ging es nach ZL, VK, HS und den Pazifikinseln ganz ausgezeichnet. Im Verhältnis zu Europa gibt es aber nur wenige Stationen dort. Japan dagegen konnte gegen Mittag auf 18 MHz sehr gut erreicht werden. Auffallend ist die gute Funkdisziplin der Japaner, was zu ordentlichen Qso-Raten führte. Problemrichtung ist Europa. Es geht fast nur während der europäischen zweiten Nachthälfte. Die Signale sind sehr

schwach und sehr verwaschen. Man hat große Schwiergkeiten, CW-Signale zu lesen. Das erklärt auch, warum Peru und Chile relativ selten von DL aus zu arbeiten sind. Afrika konnte ich überhaupt nicht hören. Da sind wohl die Anden schuld.

Es gibt rings um Lima keine besseren Funkstandorte. Die ganze Gegend ist wüstenähnlich gebirgig;

grün und bewohnt sind nur die Täler. Man weicht besser nach Cusco, Machu Picchu oder zum Titicacasee aus, was aber wegen der großen Höhe, teils über 4000 Meter hoch, oft zu medizinischen Problemen führt.

Übrigens kam kurz vor Schluß der Funkerei noch eine Mitteilung des Ministeriums, dass ich unter OA4/DJ2VO arbeiten dürfte, was ich schon die ganze Zeit tat. Die Genehmigung galt nur wenn eine (unbekannte) Gebühr bezahlt wird. Agostin ging wieder ins Ministerium und musste 1 Sole bezahlen.

Das sind etwa 30 Eurocent.

Nach ein paar Tagen Sightseeing in Lima stand der Rückflug an. Bei der Ausreise gab es keine Zollkontrolle. Aufgrund der Zeitverschiebung war ich erst am nächsten Tag spät nachmittags wieder in Köln/Bonn.

Jürgen DJ2VO, OV Bonn, G03